Goniodysplasie

 

Bei der Goniodysplasie (kurz Gonio) weist der Kammerwinkel im Auge eine Anomalie auf die, je nach Schweregrad, zu erhöhtem Augeninnendruck führen kann. Goniodysplasie kann bei jedem Lebewesen auftreten. Wie beim Menschen erhöht sich auch beim Hund dadurch das Risiko, an einem Glaukom (grüner Star) zu erkranken. Zwar gibt es auch immer wieder Fälle von Gonio beim Perro, die Entwicklung eines Glaukoms ist jedoch zur Gesamtheit der Population gerechnet sehr gering.

Die Goniodysplasie wird in leicht, mittel und schwer unterteilt, wobei leichte und mittlere Fälle keinerlei Einschränkungen haben. Das Risiko für ein Glaukom ist jedoch bei schwerer Gonio durchaus erhöht und die Hunde müssen regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf mit Augentropfen unterstützt werden.

 

Wichtig zu wissen ist, dass sich Glaukome bei Mensch und Tier auch ohne vorherige Goniodysplasie entwickeln können. Trotzdem ist eine schwere Goniodysplasie ein wesentlicher Risikofaktor und zum jetzigen Zeitpunkt wird zumindest vermutet, dass es eine erbliche Komponente gibt. Daher werden Hunde mit schwerer Diagnose sicherheitshalber nicht in die Zucht genommen und Hunde mit leichter und mittlerer Goniodysplasie nur mit einem freien Partner verpaart.

Eine Garantie, dass mit diesem Vorgehen keine Hunde mehr von Gonio betroffen sein werden, gibt es nicht. So können Hunde mit einer ganzen Ahnenreihe freier Vorfahren trotzdem eine Veränderung des Kammerwinkels aufweisen, während Hunde mit einem oder mehreren betroffenen Ahnen völlig frei sind.

Wir empfehlen, einen Hund vor dem Zuchteinsatz auf Goniodysplasie zu untersuchen (eine Gonioskopie machen zu lassen), und hoffen, dass es künftig mehr Forschung zu dem Thema gibt. Auch begrüßen wir es, wenn unsere Welpenkäufer ihre Hunde bei einem Augentierarzt vorstellen und geben hierzu gern weitere Informationen.

DOK

DOK ist die Abkürzung für den Verein Dortmunder Kreis und beschäftigt sich mit genetisch bedingten Augenerkrankungen. Ihm angeschlossen sind Tierärzte, die ein Zulassungsverfahren und spezielle technische Ausrüstung haben, um die Augen auf verschiedene Erkrankungen zu testen.

Neben der Goniodysplasie können hier unter anderem auch Ektropium, Entropium, Katarakt, Linsenluxation, Collie Augenanomalie, Distichiasis etc. untersucht werden. Allerdings kommen die meisten dieser Erkrankungen, ausgenommen der Distichiasis, äußerst selten beim Perro vor. Bei der Distichiasis rollen sich die Wimpern nach innen und können das Auge reizen. Doch selbst eine solche Augenreizung ist beim Perro fast nie zu finden. Dazu sei gesagt, dass bei allen lockigen Hunden durchaus auch mal Wimpern lockiger sein können und diese, ebenso wie beim Menschen, ab und an ausfallen und sich erneuern. Das bedeutet, dass ein Ergebnis von Distichiasis heute positiv und morgen negativ sein kann. Sie ist also keinesfalls ein Grund zur Beunruhigung.

Trotzdem freuen wir uns natürlich über jeden Hund, der eine komplette DOK Augenuntersuchung samt Gonioskopie vorweisen kann, um die Gesundheit der Rasse weiter im Auge zu behalten.

Sowohl auf die Goniodysplasie als auch auf die DOK Augenuntersuchung wird beim Perro seit etwa 2017 mehr Wert gelegt.

Copyright © 2020. All Rights reserved by Perro de Aqua Español Initiative Deutschland e.V.

Erste Vorsitzende: Tina Korte, Perro-Initiative@Korte-Wismar.de, Telefon: 03841/22 47 0, Wismar, Deutschland