Perro de Agua Español

Initiative Deutschland e.V.

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1. Inzucht und Linienzucht

Inzucht und Linienzucht bedeutet, zwei möglichst eng miteinander verwandte Hunde zu verpaaren.

In der Regel wird dies gemacht, um besondere Merkmale einer Rasse hervorzuheben, die entweder auf das Aussehen und/oder aber auch Charaktereigenschaften und Leistung bezogen sind. Allerdings kann einer Rasse dadurch auch Schaden zugefügt werden, z.B. Fehlbildungen, verminderte Leistungsfähigkeit, Unfruchtbarkeit und neue Erbkrankheiten.

Die Population des Perro de Agua Español ist zudem (noch) nicht so groß und obwohl sie in den letzten Jahren stetig gewachsen ist, verringert Inzucht die genetische Vielfalt wieder massiv. Die Verwandtschaft der Tiere steigt und Blutlinien können verschwinden. Vor allem aber sind Gene, die man durch Inzucht herausgezüchtet hat, für immer verloren.

                                                                                          Amigo und Ally, Vater und Tochter - sie bleiben einfach ein tolles Team

2. Inzuchtkoeffizient (IK) und Ahnenverlustkoeffizient (AK)

Wie viele gemeinsame Ahnen in einem Stammbaum vorhanden sind, bzw. wie viele gemeinsame Vorfahren zwei Hunde haben, wird durch den IK berechnet und in Prozent umgewandelt. Je nach Population der Rasse sollte der Inzuchtgrad so klein wie möglich sein.

Der AK berechnet in Prozent, wie viele Ahnen durch mehrmals vorkommende Vorfahren verloren gehen. Je nach Population der Rasse sollte der AK immer so hoch wie möglich sein.

Werden z.B. zwei nicht miteinander verwandte Hunde verpaart, welche beide aus Linienzucht/Inzucht stammen, können die Welpen zwar 0% Inzuchtgrad haben, jedoch trotzdem einen hohen Ahnenverlust - je weniger Verwandtschaft und je mehr unterschiedliche Ahnen, desto größer die Genvielfalt.

3. Unser Umgang mit Linienzucht/Inzucht

Für die Züchter und Deckrüdenbesitzer unserer Perro-Initiative ist zu enge Zucht mit unseren Zuchtzielen, der Förderung von Gesundheit und genetischer Vielfalt, nicht zu vereinbaren. Wir berechnen mit einem Züchterprogramm den IK und auch gleichzeitig den AK, bevor wir eine Verpaarung planen. Die Population des Perro ist noch nicht so groß, weshalb wir uns zur Zeit zum Ziel gesetzt haben, einen IK von 5% niemals zu überschreiten und möglichst unter 2% zu bleiben. Durch umsichtige Zucht und den Einsatz neuer Blutlinien ist die Unterschreitung der 5% mittlerweile sehr gut umsetzbar und selten wird ein IK über 2% erreicht. Nach einer Faustregel sollte der AK niemals unter 85% liegen und ist in unserer Berechnung automatisch mit eingeplant. Wir orientieren uns an der gebräuchlichen Berechnung über 5 Generationen, wie sie bei den meisten Mitgliedsvereinen der großen Verbände, auch im Ausland, üblich ist. Dadurch wird ein allgemein vergleichbarer Wert erzielt, der natürlich bei der Zusammenarbeit mit ausländischen Züchtern sehr hilfreich ist. 

Perros wurden erst vor einigen Jahren wieder aus Stammhunden gezüchtet und anerkannt, da sie schon fast vor dem Aussterben standen. Daher sind natürlich in vielen Stammbäumen unserer Perros irgendwo gleiche Ahnen zu finden und es gibt noch Hunde, deren Stammbaum nur bis zu 5 oder 6 Generationen vollständig sind. Manchmal sind weiter hinten liegende Vorfahren unbekannt, oder die Urahnen sind hier schon erreicht. Moderne Berechnungsprogramme ersetzen unvollständige Ahnen automatisch mit „unverwandten“ Tieren, was ein genaues Ergebnis unmöglich macht.

Auch die Garantie der Richtigkeit der Generationen weit hinten in den Stammbäumen ist teilweise unzuverlässig, da die Registrierungen der Verpaarungen anfangs nicht immer erfasst werden konnten. Das Ergebnis könnte also stark verfälscht werden, würden wir den IK über 6 oder sogar 10 Generationen berechnen. Hunde mit weniger Vorfahren hätten dann automatisch einen niedrigeren IK und die Berechnungen damit keinerlei Aussagekraft. Besitzt ein Hund eine sogenannte „Registrierahnentafel“, da seine genaue Herkunft nicht nachvollziehbar ist und es keine oder nur sehr geringe Informationen über die Vorfahren gibt, ist eine korrekte Berechnung ebenso nicht möglich. 

Die Berechnung von IK und AK hat noch einen weiteren Vorteil, denn manchmal sieht ein Stammbaum aus, als besäße er eine gute, genetische Vielfalt. Lässt man ihn dann durch ein Berechnungsprogramm laufen, kann plötzlich eine sehr enge Verwandtschaft festgestellt werden und ein hoher Verlust der Ahnenvielfalt. Das wollen wir vermeiden!

Nach Meinung der Mitglieder der Perro-Initiative ist ein gesunder Hund einem durch Linienzucht besonders ausdrucksstark Gezüchteten, der jede Ausstellung gewinnt, vorzuziehen.

                                              Smilla mit schwedisch/niederländischen Wurzeln, Neo aus Deutschland, Willow aus Finnland und Willows Tochter Elli, Nichte von Neo

4. Was tun wir noch für die genetische Vielfalt der Rasse?

Die Berechnung des IK/AK ist nicht die einzige Möglichkeit sein, eine Rasse durch genetische Vielfalt stabil und gesund zu halten.

Wir legen ebenso großen Wert darauf, mit Züchtern im In- und Ausland zusammen zu arbeiten, vielversprechende Welpen für die deutsche Zucht zu importieren, eigene Welpen zu exportieren oder zu einem Deckrüden ins benachbarte Ausland zu fahren. Und auch hier wird vorab stets gründlich recherchiert, damit eine möglichst geringe Verwandtschaft entsteht und wir durch geplante Verpaarungen auch wieder interessante, neue Blutlinien erhalten.

Für die Perro-Initiative ist die Berechnung von IK und AK ein äußerst willkommenes Hilfsmittel, denn so können wir zielsicherer dazu beitragen, die genetische Vielfalt der Rasse zu erhalten, weiter zu fördern und durch Inzucht herbeigeführte Erbkrankheiten in unserem Verein verhindern.

                                                                                           Mikas Papa wurde aufgrund seiner neuen Blutlinie aus Finnland importiert